partikelfernsteuerung


Seifenzopf im Fernsehprogramm – das Gesetz der Serie
26. Juli 2008, 23:32
Filed under: medienzirkus | Schlagwörter: , , , , ,

Jedes Format, in dem uns bewegte Bilder begegnen, hat seine eigenen Regeln. Das Grundkonzept der Soap ist ganz einfach: Jede Folge behandelt drei Konflikte, von denen sich einer gerade aufbaut, einer sich an seinem Höhepunkt befindet und einer ausklingt. Dank der verflochtenen Handlungsstränge nennt sich das Ganze „Zopfdramaturgie„.

Soweit die Theorie. Wer im schnöden Alltag als Konsument genauer hinschaut, wird diese Regel wiederfinden – sogar ohne sich tatsächlich den Bildern auszusetzen. Die knappen Inhaltsangaben zur Sendung, aus dem EPG oder der Programmzeitschriftdatenbank, beschreiben meist exakt drei Situationen. Fast immer sogar in genau drei Sätzen.

Kostprobe, „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ auf tvspielfilm.de:

Lenny ist aus dem Häuschen, weil er in Carolines Nähe sein darf. Verena muss feststellen, dass ihr heißer Flirt der letzten Nacht sie komplett ausgeraubt hat. Henrik ist zutiefst enttäuscht, als er von Iris’ Seitensprung mit Alexander erfährt, und schmeißt sie raus.

Oder  „Alles was zählt“ bei tvinfo.de:

Juli will aus Frust und Verzweiflung alles hinwerfen. Celine macht Ingo eine wichtige Ansage. Marian und Nadja beenden ihre Beziehung.

Der Sender, RTL, bemüht auf seiner Homepage ein paar Sätze mehr. Aber auch hier geht es um jene drei verschiedenen Handlungsstränge. In freier Wildbahn gesichtete Formatkonzepte begeistern und enttäuschen irgendwie zugleich.

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