partikelfernsteuerung


Social Networking unter der Lupe

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie haben einen umfassenden Vergleichstest zu Sozialen Netzwerken veröffentlicht (Zusammenfassung auf heise.de, Komplette Studie als PDF). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie weit der Nutzer kontrollieren kann, wer welche Daten einsehen darf – und ob diese Mechanismen auch tatsächlich funktionieren. Das Ergebnis ist eher ernüchternd:

Hinsichtlich des Privatsphärenschutzes konnte keiner der getesteten Dienste überzeugen. Viele Plattformen sind nur in einigen wenigen Punkten gut oder zeigen nur teilweise gute Ansätze.

Das ist keine Überraschung, hört man doch immer mal wieder von Sicherheitslücken in den im Wettbewerb mit heißer Nadel gestrickten Netzwerken. Viel interessanter ist, warum die Teilnahme an StudiVZ & Co. mit dem Realnamen generell ein Problem darstellt: Online könne man seine verschiedenen sozialen Rollen nur schwer trennen, so die Forscher. Dass man alle Clubs der Stadt auswendig kennt, ist in der Rolle „Hipper Student“ total positiv. In der Rolle „Bewerber für ein Praktikum“ würde man diese Tatsache aber eher verschweigen.

Problematisch ist an dieser Stelle, dass aktuelle Soziale-Netzwerke-Plattformen weitestgehend nur zur Abbildung einer sozialen Rolle geeignet sind, also z. B. »Student«, »Sohn/Tochter«, »Arbeitskollege«, »Familienvater/mutter« oder »ehemaliger Schulfreund«.

Diese These bringt ziemlich gut auf den Punkt, warum die Nutzung verschiedener Pseudonyme dringend zu empfehlen ist.

Neu ist das alles allerdings nicht, wie man bei F!XMBR zurecht kritisiert. Aber ein komplette Übersicht samt einiger grundlegender Hinweise für die einzelnen Plattformen ist wertvoll. Eine Prise Wissenschafts-Reputation kommt dazu und schon hat Datenschutz wieder einen kleinen Schritt in Richtung Allgemeinbildung gemacht.

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1 Kommentar so far
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An dieser Stelle sei angemerkt, dass jedes der besagten Netzwerke für sich genommen schon eine bestimmte soziale Rolle des Nutzers anvisiert. StudiVZ die Rolle des Studenten und Xing die des Bewerbers, um bei deinen Beispielen zu bleiben.
Die Frage ist an dieser Stelle doch eher, wie viele Gedanken sich die Nutzer solcher Netzwerke über die Informationen, die sie bereit stellen, machen. Will ich, dass wildfremde Menschen an meiner Tür klingel kommen, weil sie gelesen haben, dass ich auf schmutzigen Sex stehe und meine Adresse gleich mitgeliefert habe? (Wenn ich drüber nachdenke, ist das für manch einen wahrscheinlich wirklich eine Alternative.) Oder bin ich genauso vorsichtig wie auf offener Straße und kann die Vorteile, die diese Netzwerke zweifelsohne haben, deshalb auch unter Realnamen ausschöpfen?
Streiten kann man sicher auch vortrefflich über die Art der Informationen. Werfen meine Freunde ein schlechtes Licht auf mich? Neigt nicht sowieso jeder dazu sich im Netz zu profilieren und hemmungslos zu übertreiben? Wo zieht man die Grenze, veröffentliche Informationen überhaupt zu glauben?

Kommentar von bbe




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