partikelfernsteuerung


Versteh‘ das einer (ach nee, doch nicht)
9. September 2011, 18:58
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Heute ist ein Herr Stark bei der EZB zurückgetreten. Der Mann ist wohl ein harter Hund und war z.B. gegen den Ankauf von Staatsanleihen ’schwächelnder‘ EU-Länder.

Nun ist er weg. Als Reaktion steigen die Zinsen von italienischen und spanischen Anleihen. Obwohl Stark doch gegen das Programm zu deren Stabilisierung war.

Wo steckt die Logik?

Vielleicht hat Georg Seeßlen Recht, wenn er den neuen Kapitalismus daran erkennt, dass er uns alle einbeziehen und mitspielen lassen will.

Dann ziehe ich jetzt die Frage zurück. FTD raus aus dem Feedreader. Spielt doch mal ein bisschen alleine.

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PKW-Maut, denken erlaubt
18. April 2011, 11:27
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Die Autofahrer-Nation denkt mal wieder über ihre Straßenbaufinanzierung nach, auch eine PKW-Maut unterliegt „keinem Denkverbot“:

Das vorläufige Ergebnis sieht laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung vier Modelle für eine elektronische Pkw-Vignette vor. Die Zeitung beruft sich dabei auf ein internes Papier aus dem Bundesverkehrsministerium. (MDR.de)

Angesichts des großartigen Versagens von Toll Collect und des Problems der anfallenden Datenberge und Bewegungsprofile, sollte man lieber zweimal überlegen, sich so eine gewaltige Startinvestition anzutun.

Was wollen wir denn eigentlich? Eine finanzielle Beteiligung der Autofahrer, proportional zu ihrer Nutzung der Straßen, richtig? So ein Instrument gibt es schon, es heißt Energiesteuer (früher Mineralölsteuer). Wer viel fährt, trägt auch viel Steuern bei. Wer wenig fährt, spart. Gleichzeitig benachteiligt diese Variante auch noch jene Fahrzeuge, die viel verbrauchen.

Weil im Gegensatz zur Maut auf Bundesstraßen und Autobahnen dabei auch die innerstädtische Nutzung betroffen wäre, gäbe es vielleicht Verteilungskämpfe zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Aber das wäre ja nix neues und kein Grund, ein weiteres System aus dem Boden zu stampfen.

Während das Mautsystem bei LKW wegen des Transitverkehrs vielleicht noch Sinn macht, den man mit höheren Steuern an der Zapfsäule u.U. nicht erreicht, ist dieser Aspekt bei PKW verschwindend gering.

Also, erhöht halt die Steuern aufs Benzin, wenn Geld fehlt. Und legt meinetwegen noch ein Extraprozent drauf und schickt die Kohle rüber zum ÖPNV.



„Weil diese Person mein Vertrauen hat“
25. Oktober 2009, 15:58
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Frau Merkel erklärt, warum Herr Schäuble, der scheinbar gewisse Probleme im transparenten und verlässlichen Umgang mit mittelgroßen Geldsummen hat, Finanzminister werden soll.



Im Sinne aller ehrlichen Comedians muss der perversen und komplizierten Satire der Kampf angesagt werden
15. Mai 2009, 11:57
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pifo_gesperrt_illustration

Als das Thema Internetsperren ernst wurde, hat der pantoffelpunk-Blog eine witzige Satireseite ins Netz gestellt. Im Design des Innenministeriums verkündete sie: „Die Seite, die sie aufrufen wollen, ist gesperrt.“ Eine beliebige URL konnte übergeben werden und wurde in die Sperrmeldung integriert. Der kleine Spaß machte schnell die Runde, man konnte sich gegenseitig einen Schreck einjagen, darüber, dass die liebste Politik-/Hacker-/Porno-/Drogen-/Chemie-Seite gesperrt wäre.

Aus dem kurzen Schrecken wurde sofort ein anerkennendes Schmunzeln. Wurde man doch als „Sehr geehrter Gefährder, sehr geehrte Gefährderin“ angesprochen, ein Werbebanner für den Waffenhändler Karl-Heinz Schreiber gezeigt, sowie weitere kleine Seitenhiebe ausgeteilt.

In einem lesenswerten Artikel beschreibt pantoffelpunk nun, wie das Bundesverwaltungsamt (das zum Geschäftsbereich des Innenministeriums gehört) im Handumdrehen seinen Webhoster die Domain kündigen ließ, ohne dass er benachrichtigt wurde und ohne dass auch nur ein einziges Wort über das Thema Satire=Kunst=frei gewechselt wurde. Oder gar ein Gerichtsbeschluss im Spiel war.

Und es bleibt die Frage: Wenn das BMI schon eine kleine Satire wegen Nachahmung der Internetseiten des Bundesministerium des Innern mit einem simplen Brief vom Netz nehmen kann – warum brauchen wir dann für die Beseitigung das Verstecken eindeutig krimineller und verabscheuenswerter Kinderpornografie ein ausgewachsenes Zensursystem?



Und das Spiel geht von vorne los
11. Mai 2009, 12:07
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Das ist jetzt fast schon lustig. Die amerikanische Notenbank hat mit ihrem „Stresstest“ versucht, die Finanzlücken verschiedener Banken zu benennen. Denn das Unwissen über die Liquidität der Handelspartner bremst den Markt. Weil die Lücken aber groß ausfielen, haben offenbar die Banken versucht, das Ganze etwas kleinzureden:

Danach wurden bei der Prüfung durch die Notenbank (Fed) festgestellte Kapitallücken nach Protesten der betroffenen Banken im Zuge von Verhandlungen „geschrumpft“ (tagesschau.de)

Diesen Berichten tritt die Notenbank jetzt entgegen

Sinngemäß sagte ein Vertreter der US-Notenbank: Der Börsenreaktion nach zu urteilen könne es so viel Gemauschel nicht gegeben haben. […] Die Ratingagentur Moody’s sprang der Fed bei. Die Ergebnisse des Stresstests stünden im Einklang mit den bestehenden Bank-Ratings. (boerse.ard.de)

Der Markt, dessen Unwissenheit durch den Test beseitigt werden sollte, besitzt jetzt plötzlich die größte Kompetenz, ihn zu bewerten? Und die Ratingagenturen, die eine zentrale Rolle im großen Risikoversteckspiel hatten, wissen jetzt besser Bescheid?



Killerspiel Biathlon
15. März 2009, 02:15
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Die Tagesthemen beschäftigen sich mit dem gefährlichen Thema „Schießsport für Kinder“. Kronzeugin des Beitrags ist naheliegenderweise die Mutter eines C-Jugend-Fußballers. Wieso auch nicht.

Ohne Nachwuchs an den Sportwaffen müssten sich jedenfalls als erstes die ARD-Programmplaner Gedanken machen: Allein im vergangenen Monat standen über zehn Stunden Biathlon-Berichterstattung auf dem Programm..



Mikrofiche. Bitte?
13. Dezember 2008, 17:53
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Dass große Unternehmen es irgendwie nicht hinkriegen, mit den Daten ihrer Kunden vernünftig umzugehen, ist ja dieses Jahr mehrfach deutlich geworden. Jetzt hat die Berliner Landesbank einen Haufen Informationen verloren:

Der Verlust zehntausender Kreditkartendaten der Berliner Landesbank stellt nach Einschätzung des Datenschützers Thilo Weichert alle bisherigen Datenskandale in den Schatten.

Besonders spannend ist, wie die Daten gespeichert waren:

Die Daten seien auf mehrere Hundert Folien, sogenannten Mikrofiches, aufgezeichnet.
[…] LBB-Sprecher Marcus Recher sagte, dass die Mikrofiches offenbar auf dem Weg von der Servicefirma Atos Worldline in Frankfurt am Main zu der Bank abhanden kamen. (tagesschau.de)

Mikrofiches habe ich Mitte der 90er in der Stadtbibliothek bewundert. Hunderte Zeitungsseiten passten auf einen kleinen Film, das Lesegerät war quasi ein Mikroskop. Aber was machen Kreditkartenabrechnungen 2008 auf Mikrofiche?
Es wäre so einfach:

  1. Verschlüssele deine Datenbestände (dafür ist es von Vorteil, wenn sie in digitaler Form vorliegen)
  2. Gib deine Datenbestände nicht 35 Subunternehmern.