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Wikipedia ist die definitive Datenbank

In den letzten Wochen gab es ein bisschen Bewegung im Suchmaschinenmarkt. Das eher wissenschaftlich orientierte Wolfram|Alpha bekam viel Beachtung, Microsoft versucht bei Bing mit einer nützlichen Benutzeroberfläche zu punkten und Google zeigt seit ein paar Tagen mit Squared, dass man durchaus Fortschritte gemacht hat, wenn es darum geht, Begriffe auf semantischer Ebene einzuordnen. Nur eins bietet bisher noch niemand: Die ziemlich gut strukturierten Informationen der Wikipedia vernünftig zu erschließen. weiterlesen…

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Cleverer Datenschutz bei abgeordnetenwatch.de

Auf der Politikplattform abgeordnetenwatch.de können Bürger Fragen an ihre Abgeordneten stellen. Die Seite hat sich eine hohe Meinungsmacht erarbeitet, so dass Politiker, die sie ignorieren, nicht gut dastehen.

Es wird darauf bestanden, dass fragestellende Bürger sich mit ihrem vollen Realnamen anmelden. In den FAQ wird auch erklärt, warum:

Warum müssen Fragesteller ihren vollständigen Namen angeben?
Durch diese Regelung wollen wir den Dialog zwischen Fragestellern und Abgeordneten auf gleicher Augenhöhe gewährleisten und einer möglichen, durch das Medium Internet bedingten, Anonymität vorbeugen. Deshalb finden wir es wichtig, dass der Fragesteller seinen vollständigen Vor- und Nachnamen angibt.

Das ist soweit verständlich, die Bereitschaft der Abgeordneten, auf Fragen von babsi79 zu antworten, wäre wahrscheinlich eher gering. Doch ebenso wenig möchte Klaus Mustermann, dass eine einfache Internetsuche ihn weltweit als politisch aktiven Menschen offenbart, der kritische Fragen zu Hartz IV stellt. Was also tun? Es gäbe die Möglichkeit, den Bots von Google&Co. den Besuch der Seiten komplett zu verbieten. Dann würden die wertvollen Dialoge zwischen Bürgern und Politikern allerdings dort gar nicht mehr auftauchen.

Bei abgeordnetenwatch.de hat man einen anderen Weg gewählt. Die Namen der Fragesteller werden als Grafik im Text eingebunden (Beispiel). Dadurch sind sie für Suchmaschinen nicht als Buchstaben lesbar und sind somit nicht per Suchabfrage zu finden. Der Rest des Textes, also Frage und Antwort werden aber normal analysiert und archiviert. Das Schriftbild und die Barrierefreiheit werden nur in erträglichem Maße in Mitleidenschaft gezogen, JavaScript ist für die Anzeige auch nicht nötig.

Die Grafiken werden offenbar automatisch generiert und mit zufälligem Dateinamen („/images/namen/arial.ttf/9/afd1a3329ed527f0c9d890c4fbf4d448.gif“) gespeichert. Einziges Risiko: Der Abgeordnete nutzt das System nicht korrekt und schreibt in seiner Antwort den Namen normal in seinen Text (Beispiel, dank Tippfehler zum Glück irrelevant).

Fazit: Ein cleverer Kompromiss, der einerseits der Anfrage eine gewisse Fallhöhe gibt, indem der Realname veröffentlicht wird, der aber andererseits der Allwissenheit der Suchmaschinen entgegenwirkt. Wer komplette Anonymität wünscht, wird sicherlich auch mit einem glaubwürdigen Pseudonym davonkommen.