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Wikipedia ist die definitive Datenbank

In den letzten Wochen gab es ein bisschen Bewegung im Suchmaschinenmarkt. Das eher wissenschaftlich orientierte Wolfram|Alpha bekam viel Beachtung, Microsoft versucht bei Bing mit einer nützlichen Benutzeroberfläche zu punkten und Google zeigt seit ein paar Tagen mit Squared, dass man durchaus Fortschritte gemacht hat, wenn es darum geht, Begriffe auf semantischer Ebene einzuordnen. Nur eins bietet bisher noch niemand: Die ziemlich gut strukturierten Informationen der Wikipedia vernünftig zu erschließen. weiterlesen…

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Alles Wiki.
7. März 2009, 13:29
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drogenwiki-vs-wikipedia-quelle

Der „Wihelm-Skandal“ hat zwei Dinge gezeigt: 1) Journalisten verlassen sich auf die Wikipedia. 2) Wikipedia verlässt sich auf die Journalisten.

Nur Wissenschaftler betrachten die Online-Enzyklopädie bisher kritisch. Wikipedia zitieren? Bitte nicht! Ohne eindeutigen Autoren ist eine Quelle akademisch nicht belastbar. Dass hingegen „Petra’s eigene Literatur Seite“ durchaus zitierfähig ist, erscheint absurd. Dabei lässt sich kaum bestreiten, dass das kollektive Wissen in der Wikipedia einen großen Wert besitzt und ein konstruktiverer wissenschaftlicher Umgang damit wünschenswert wäre.

Wer sich traut, Wikipedia doch mal in die Fußnoten aufzunehmen, sollte aber genauso gut besser arbeiten als Journalisten. Und nicht so:

In ihrem Beitrag über „Das weiße Rauschen“ zitiert Jutta Menschik-Bendele ein paar Fakten über Drogen. Und das mit wissenschaftlichem Anspruch in dem Psychologie-Band „Frankenstein und Belle de Jour – 30 Filmcharaktere und ihre psychischen Störungen“. Als Quelle traut sie sich, die Wikipedia anzugeben.1 So weit, so progressiv.

Wer genau hinsieht, wird entdecken, dass der zweite Eintrag von www.drogenwiki.de stammt. Das ist zwar auch ein Wiki, aber nicht die Wikipedia.

Genauer: Die Plattform, auf der Wikipedia läuft, heißt Mediawiki. Und jeder kann sie zu seinen Zwecken nutzen. Im Netz finden sich unzählige Wikis, lauter kleine Nischenenzyklopädien. Das Prinzip ist immer gleich: Leser dürfen mitschreiben. Nur: Nicht jedes Wiki bringt bringt die klaren Regeln und die vielen Kontrollgremien mit, die man auf wikipedia.org erwarten kann. Denn was zählt sind am Ende irgendwie doch die Menschen und ihre Organisation untereinander. Und Anspruch und Sorgfalt mit der sie vorgehen. Dieses Internet ist leider kompliziert.

Der Text ist übrigens trotzdem spannend.

1 Jutta Menschik-Bendele: Wonach ich suchte, das war ein Leben, S. 62, in: S. Doering, H. Möller (Hrsg.): Frankenstein und Belle de Jour – 30 Filmcharaktere und ihre psychischen Störungen, Springer 2008



Lücke im System
11. Februar 2009, 17:42
Filed under: großartige kleinigkeiten | Schlagwörter: , , , , , ,

Offenbar wurde dem neuen Wirtschaftsminister von Guttenberg ein zusätzlicher Vorname angedichtet. Laut Bildblog hat jemand in dessen Wikipedia-Artikel einen elften Namen hinzugefügt. Diverse große Medienhäuser übernahmen die Fälschung aus der Online-Enzyklopädie. Der Fehler wurde dort wiederum unter Berufung auf die falschen Presseberichte akzeptiert, denn Pressequellen gelten als belegender Literaturhinweis.
Bildblog-Autor Stefan Niggemeier ätzt daraufhin in seinem eigenen Blog wieder einmal gegen die klassischen Pressehäuser,

die Ihnen morgen wieder erzählen, dass wir deshalb auch in Zukunft nicht auf Zeitungen und etablierte Medien verzichten können, weil in ihnen im Gegensatz zum bösen Internet verlässliche, überprüfte Informationen stehen.

Das ist nur einer der möglichen Schlüsse, hochspannend ist diese kleine Anekdote allemal.