partikelfernsteuerung


POTI entwickelt Songbird für Linux nicht weiter
4. April 2010, 15:21
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Den Multi-Plattform-Mediaplayer Songbird habe ich hier vielfach erwähnt und empfohlen. Nun kündigt die Entwicklerfirma POTI plötzlich an, neuere Versionen nicht mehr für Linux bereitzustellen – und erntet damit teils hämischen Protest in den Kommentaren.

Über Linux-Marktanteile und die Finanzierung von Opensource-Projekten kann man lange sinnieren, ebenso ausführlich lässt sich spekulieren, ob Linux-Nutzer nun mehr und bessere Bugreports abliefern. Für mich war Songbird immer ein Vorzeigeprojekt, das mit der Mozilla-XULRunner-Plattform und dem GStreamer-Medienframework plattformunabhängig entwickelt wird. Scheinbar ist der Aufwand für plattformspezifische Anpassungen aber doch zu groß. Schade.

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Edel und proprietär geht die Welt zu Grunde
18. März 2009, 16:30
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Apple hat gestern die Version 3.0 des Betriebssystems für das iPhone und den iPod Touch vorgestellt.

iPhone-Besitzer erhalten das neue System kostenlos, für iPod-touch-Nutzer soll es 10 US-Dollar kosten.
(heise.de)

Eine besondere Neuerung sollte iPod Touch 2G-Besitzern die kleine Investition schmackhaft machen: Auf ihrem Gerät wird dann Bluetooth aktiviert.

2G iPod touch to have Bluetooth capability unlocked by iPhone OS 3.0
[…]seeing as three of the major 3.0 features are A2DP, wireless accessory control and peer-to-peer connections over Bluetooth.

Zum Mitschreiben: Der iPod hat einen Bluetooth-Funkchip eingebaut, nutzt ihn aber überhaupt nicht. Das Gerät ist wohlgemerkt seit zwei Jahren auf dem Markt. Die Apple-Software steuert den Chip aber einfach nicht an. Wer diesen Teil seiner teuer erworbenen Hardware nun benutzen möchte, darf jetzt nochmal einen Zehner auf den Tisch legen. Pech gehabt.

Im Opel-Autohaus: „Fernlicht? Nee, das geht erst ab der vierten Inspektion, GM hat doch die Patente an die US.Regierung verpfändet!“



Songbird 1.0 ist da
2. Dezember 2008, 23:53
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Der Musikbrowser Songbird wurde an dieser Stelle ja schon mit Version 0.6 als iTunes-Killer bezeichnet. Heute wurde nun die fertige Version 1.0 veröffentlicht. Am auffälligsten ist wohl das neue Design, in das die Software sich kleidet, wobei an verschiedenen „Feathers“ für den Vogel sowieso große Auswahl zur Verfügung steht. Intelligente Playlisten, die automatisch Musik nach beliebigen Kriterien aus der Sammlung fischen, bietet der Open Source Player inzwischen auch. Nimmt man noch die massiven Performance-Verbesserungen dazu, die erfolgt sind, dann kann ein Testflug mir dem Songbird jetzt noch dringlicher empfohlen werden. Ein durchdachter Start-Assistent (ja, der kann auch die iTunes-Bibliothek importieren) hilft dabei.

CDs rippen geht nicht und ein Equalizer fehlt noch. Ansonsten: guten Flug.



„Nein, danke, ich verschlüssele selbst“
22. September 2008, 10:36
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Ab Mitte 2009 will die Bundesregierung eine Struktur schaffen, die uns Bürgern verschlüsseltes E-Mail-Schreiben und einen sicheren „Datentresor“ bieten soll (heise.de). Der Staat und deutsche Unternehmen haben ja im Moment nicht gerade einen großen Vertrauensvorschuss, oder, wie man bei Spreeblick sagt:

Ob ich diese meine privaten, sensiblen Daten jedoch den von genau jener Bundesregierung verifizierten „privatwirtschaftlichen Dienstleistern“ anvertrauen werde, die alles daran setzt, einen möglichst kompletten Einblick in mein elektronisches Leben haben zu können: I fucking doubt it.

Die gute Nachricht: dank einer weltweit vernetzten IT-Gemeinde sind wir für solche Kleinigkeiten gar nicht auf Vater Staat angewiesen (was ein Grund sein mag, warum er das Internet immer so mißtrauisch anschaut). Beide Wünsche, das Versenden verschlüsselter und unterschriebener E-Mails und das sichere Speichern von vertraulichen Daten, erfüllt uns längst ausgereifte Open-Source-Software. Und quelloffener Software können wir aus Prinzip meist vertrauen, wie auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik weiß.

Dateien verschlüsselt speichern

Motivation: Die Daten können nur nach Eingabe eines Passwortes entziffert werden. Bei Diebstahl des Computers können sie also nicht missbraucht werden.

Mit TrueCrypt können so genannte „Container“ angelegt werden, in denen dann die geheimen Daten gespeichert werden. Mit einem guten Passwort versehen, ist es nur mit unfassbar hohem Rechenaufwand möglich, dem Container die Daten zu entlocken. Die Installation verläuft wie bei Windows-Programmen gewohnt. Die einfachste Anleitung zum Einrichten und Gebrauch liefert – wen wundert’s – Computer-Bild..

E-Mails verschlüsseln und unterschreiben

Motivation: Verschlüsselte Mails können nur vom gewünschten Empfänger entziffert werden. Elektronisch signierte Mails garantieren dem Empfänger, dass sie wirklich vom Absender stammen und nicht unterwegs manipuliert wurden.

Ein offener Standard zum Verschlüsseln jeglicher Daten ist GnuPG. Zusammen mit dem Addon Enigmail ergibt sich für Benutzer des Mailprogramms Thunderbird ein einfacher Weg, E-Mails zu verschlüsseln. Eine komplette Erklärung zur Installation und Anwendung liefert Jan Häussler.

Happy Encrypting.