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Es geht weiter: Nicht nur tausende Kundenrechnungen liegen frei zugänglich auf dem libri.de-Server, auch die Administrationsoberfläche der Shopbetreiber ist schlecht gesichert. Ein dilettantisches Standardpasswort ließ sich massenhaft erraten.
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Beim Büchershop Libri.de waren tausende Kundenrechnungen als PDF frei zugänglich. Trotz TÜV-Siegel bestand eine Sicherheitslücke, die einen Informatik-Erstsemestler erblassen lassen würde.
Gespeichert unter: politik | Schlagworte: finanzen, hsh, kopper, nonnenmacher
Die HSH-Nordbank steckt mitten in einer richtig saftigen Krise. Fast täglich gibt es neue Meldungen. Es gab mehrfach millionenschwere Pannen, anscheinend wurden trickreich Risiken versteckt. Mit milliardenschweren Bürgschaften aus Steuergeldern musste das Institut gestützt werden. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Untreue gegen diverse Vorstandsmitglieder.
Nun stellten sich die Spitzen von Vorstand und Aufsichtsrat endlich in einer Pressekonferenz. Und haben allen Ernstes erwartet, dass man mit ihnen fröhlich und optimistisch in die Zukunft blickt.
Eine unkommentierte Zusammenfassung der Pressekonferenz (ZDF Mediathek)
Die Haltung dieser Leute sagt mehr über den Zustand der Bank als alle Zahlen und Analysen.
Gespeichert unter: dumm gefragt, politik | Schlagworte: affäre, finanzministerium, merkel, schäuble, schreiber
Frau Merkel erklärt, warum Herr Schäuble, der scheinbar gewisse Probleme im transparenten und verlässlichen Umgang mit mittelgroßen Geldsummen hat, Finanzminister werden soll.
Gespeichert unter: politik | Schlagworte: cdu, csu, fdp, gesundheit, gesundheitsreform, koalitionsvertrag, krankenversicherung
Arbeitnehmer sollen künftig eine einkommensunabhängige Pauschale an ihre Kasse zahlen. Der Anteil der Arbeitgeber soll sich weiterhin am Einkommen orientieren, er soll allerdings eingefroren werden, um die Wirtschaft nicht mit steigenden Kosten des Gesundheitswesens zu belasten.
(tagesschau.de)
Was war nochmal das Schlaue an prozentualen Beiträgen? Richtig: Jeder wird proportional zu seinen finanziellen Möglichkeiten belastet. Wen treffen Pauschalbeträge also im Vergleich besonders hart? Die Geringverdiener.
Beim Beitrag der Arbeitgeber ist „eingefroren“ schonmal ein Reizwort. Und warum soll ausgerechnet dieser Beitrag prozentual bleiben? Die Höhe des Lohns sagt zwar alles über die finanzielle Situation des Arbeitnehmers, aber nichts über die Möglichkeiten des Arbeitgebers.
Für sozial Schwache ist ein Ausgleich aus Steuermitteln geplant.
Da sind wir mal gespannt.
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Noch eine äh, praktische Anwendung des schon mehrfach begeistert erwähnten CSS-History-Javascript-Hacks: Wieviele Besucher sind auch auf Pornoseiten unterwegs?
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John Gray plädiert für eine Legalisierung aller Drogen. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schäden entstünden hauptsächlich durch die Prohibition und den "Krieg gegen Drogen".
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Das private Bahnunternehmen "Metronom" verbietet ab 1.11. den Alkoholkonsum in seinen Zügen. Soll die DB AG nachziehen und alle Züge und Bahnhöfe ernüchtern?
Gespeichert unter: merkwürdig, politik | Schlagworte: afrika, deutschland, eu, europa, milch, senegal, subventionen
Die EU-Argrarminister beraten heute erneut über finanzielle Hilfen für Europas Milchbauern. Die Leidtragenden der europäischen Subventionspolitik werden in Luxemburg nicht protestieren, denn sie leben in Afrika. Dort wird überschüssige EU-Milch als Milchpulver zu Dumpingpreisen verscherbelt.
Wie Europas Billigmilch Afrikas Märkte zerstört (tagesschau.de)
Der Artikel nennt eine Zahl: Allein der Senegal importiert jährlich 40.000 Tonnen Milchpulver. Ist das viel? Man weiß es nicht wirklich.
Zur Herstellung von einem Kilo Milchpulver braucht man 6 bis 7 Liter Milch. Die 40.000 Tonnen entsprechen also rund 233 Mio. Liter. Ist das viel? In Deutschland werden jährlich 26 Mrd. Liter produziert. Der Senegal importiert also rund 0,9% der Menge Milch, die Deutschland jährlich produziert. Das ist nicht viel, aber das ist auch nicht nichts.
Um die wirtschaftliche Bedeutung bemessen zu können, scheint es sinnvoll, die Zahlen in einen Bezug auf die Größe der Länder zu bringen: Deutschland produziert jährlich 323 Liter Milch pro Einwohner. Der Senegal importiert jährlich 20 Liter Milch pro Einwohner.
Damit wird deutlich: Der subventionierte Transfer dieses eigentlich leicht verderblichen und regionalen Produktes ist nicht unerheblich. Und die Subventionen werden eher erhöht als gestrichen.
Am Senegal müssen übrigens jene Schiffe vorbei, die sich wegen der somalischen Piraten nicht mehr durch das Rote Meer trauen.
Gespeichert unter: filme, kunst+kultur | Schlagworte: akw, arte, atommüll, Eric Guéret
Die aktuellen Koalitionspläne von CDU/CSU und FDP sehen danach aus, dass in Deutschland noch länger an der Nutzung von Atomenergie festgehalten wird. Der 100-minütige Dokumentarfilm „Alptraum Atommüll“ von Eric Guéret konnte diese neuen Entwicklungen noch nicht berücksichtigen. Aber der Blick von Guéret ist ohnehin viel weiter und allgemeiner gefasst. Er beleuchtet auch die Altlasten, die aus der Anfangszeit der militärischen Nutzung von nuklearer Energie geblieben sind, zeigt, wie weit sich die Spuren der Abfälle in der Natur verteilen.
Der reißerische Titel bezieht schon vor Beginn klar Position kontra Atomenergie. Im Zuschauer erzeugt das (jedenfalls bei mir) eine besonders kritische Haltung dem Film gegenüber. Und so ist man auch zunächst skeptisch, wenn Wissenschaftler mit erhöhten Messwerten um sich werfen – während sie barfuß im „verseuchten“ Wasser waten. Umso krasser ist dann der Eindruck, wenn der wahre Alptraum aufblitzt: Archivbilder, auf denen zu sehen ist, wie in der 70er-Jahren in Russland riesige Becken mit verstrahltem Schlamm einfach zugeschüttet werden. Die Fahrer der LKW mussten sich mit zentimeterdicken Bleiplatten schützen und hatten ein Zeitfenster von drei Minuten für ihre Arbeit. Bis heute besteht der Umgang mit diesen Altlasten aus militärischen Sperrgebieten, Evakuierung von Dörfern und dem simplen Verbot, sich in der Nähe der betroffenen Flüsse aufzuhalten.
Diese alten Szenarien aus Zeiten des Eisernen Vorhangs erzählen von einer kontinuierlichen Leichtgläubigkeit und einem unbeschwerten Leichtsinn im Umgang mit nuklearem Müll. Und diese Haltung gibt es noch heute. 1993 hat man sich darauf geeinigt, keine verstrahlten Abfälle mehr von Schiffen aus ins Meer zu werfen. Im französischen La Hague landen solche Abwässer bis heute in der Nordsee – aber per Rohrleitung, das ist erlaubt.
Neben Wissenschaftlern kommen die Filmemacher hauptsächlich mit Pressesprechern in Kontakt. Und auch auf dem Gebiet der PR schaffen sie es, der französischen Atomenergiebranche Lügen nachzuweisen. Anstatt der propagierten Recyclingquote von 95% wird nur ein 10%iger Anteil der Brennelemente wiederverwendet. Der Rest bleibt als Müll zurück, entweder hochverstrahlt in Frankreich oder als Rohstoff deklariert unter russischem Himmel (der Bericht ging durch die Presse)
Gegen Ende des Films geht es dann um die Endlagerproblematik, auf die sich letztendlich die Diskussion zuspitzt. Während sich der Leichtsinn der frühen Jahre heute einfach verteufeln lässt, gibt es hierfür schlicht noch keine Lösung. Dafür aber eine Menge Fragen, die Mitarbeiter eines Forschungsbergwerkes auch mit erstaunlich viel Weitsicht stellen. Die Anforderung, dass der Müll sicher lagert, auch wenn die Menschheit ihn vergisst ist enorm, das wissen sie. Und denken sogar darüber nach, was wohl besser ist: Mit Denkmälern wie Pyramiden daran erinnern, dass hier ein Erbe lagert, auf das folgende Generationen achten müssen? Oder lieber das Vergessen pflegen, damit zukünftige neugierige Archäologen nicht in Gefahr geraten? Diese abstrakten Fragen machen deutlich, um welche Zeiträume es geht, bis der Alptraum ausgeträumt ist.
„Alptraum Atommüll“ ist noch bis zum 22.10.09 bei Arte+7 zu sehen
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Und man kann auch bei uns die Stimmen schon fast hören: "Wenn das nur ein einziges Kind schützt, müssen wir das machen"
