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Gestern hatte ich auf der Titelseite des Berliner Tagesspiegels einen Bericht vom Kopenhagener Klimagipfel erwartet. Stattdessen begrüßte mich eine riesige Werbung für die Tour des Coca-Cola-Weihnachtstrucks. Erst dahinter befand sich die „richtige“ Titelseite der Zeitung, nun auch mit Bericht aus Kopenhagen.
Auf diese Weise seine Titelseite zu vermarkten ist legitim und bringt wahrscheinlich eine Menge Geld. Aber Coca-Cola und das globale Klima: Erinnert sich jemand an die Eisbären, mit denen die Cola bis vor ein paar Jahren beworben wurde? Inzwischen hat sich das Bild vom Eisbären auf der Scholle zu einem der stärksten Symbole für den Klimawandel entwickelt. Und schon vor vielen Jahren stellte Greenpeace den Zusammenhang her und prangerte mit einer satirischen Verfremdung an, dass Coca-Cola die Welt mit FKW-Kühlschränken überschwemmt.
Weitere Umweltzerstörungen und Unterdrückung von Gewerkschaftsbewegungen werden dem Konzern auch schon länger vorgeworfen, kurzum, Coca-Cola sieht nicht nach Umweltschutz und fairer Globalisierung aus.
Überhaupt: Weihnachtstruck. Ist der LKW nicht längst zu einem Symbol für größenwahnsinnige Logistik geworden? Für ein System, in dem Waren quer durch Europa und zurück gekarrt werden (Krabbenpulen in Marokko wäre ein Stichwort).
Der Werbespot für die Coke-Weihnachtstour 2009 kommt im Wirtschaftswunder-Retro-Stil daher: Riesige analoge Schalttafeln, alte Straßenbahnen, Doppeldecker-Flugzeuge. Reminiszenzen an die Mitte des vergangenen Jahrhunderts, als Umweltschutz noch kein Thema war.
Die Titelseite zu verkaufen ist OK. Aber diese konkrete Konstellation sieht doch symbolisch recht ungeschickt aus.
Woody Allen lässt das Stereotypenkarussel noch eine Stufe schneller kreisen. Ein hyperreflektierter, alternder Misanthrop trifft eine junge, naive Schönheit vom Lande, die vor ihren konservativen Eltern nach New York geflüchtet ist. Trotz seiner Neurosen und ihrem eingeschränkten intellektuellen Horizont heiraten Boris und Melody. Natürlich.
Auch ihre Eltern, die – inzwischen geschieden – einzeln in die Stadt kommen, um ihre Tochter zu suchen, erliegen dem Charme New Yorks und finden plötzlich zu völlig neuen Identitäten. Aus den reaktionären Landeiern werden liberale Künstler – es geht von einem Klischee ins nächste.
Diesen Extremen, die Allen gegeneinander anrennen lässt, ist nur eins gemeinsam: der diffuse Wunsch, aus irgendetwas auszubrechen. Flucht aus dem Elternhaus, Trennung und Suizidversuch sind die Versuche, etwas neues zu finden. Und wenn der Protagonist sich schon zu Anfang des Films direkt an die Zuschauer wendet, ist das der Ausbruch aus dem üblichen Stillschweigeabkommen zwischen Publikum und Figuren.
Wenn Allen mit diesem Film einen Ausbruch wagen wollte, ist er aber leider misslungen. Der Protagonist ist auf der Suche nach reiner Willkür, nach etwas, das der Ratio widerspricht. Die Geschichte, in der Figuren abrupt auftreten und ihre Identitäten wechseln, hat diese Willkür gefunden. Sie tut ihm leider nicht gut. Zu überzeichnet sind die Charaktere, dabei aber nicht böse genug, um doch noch etwas neues freizulegen. Als Filmautor hat man die Macht, beliebig mit der Dramaturgie umzugehen. Nur sollte sie am Ende nicht beliebig wirken.
Die guten Dialoge machen die 92 Minuten immerhin noch recht kurzweilig. Nach dem Verlassen des Kinos bleibt aber nicht viel übrig.
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Ab und zu blitzt irgendein utopischer Wahnsinn auf, von dem man ahnen kann, dass er uns in 5 Jahren nur noch ein müdes Gähnen abringen wird.
Chinesin ließ Haut von Daumen und Zeigefingern vertauschen
Wer als Ausländer nach Japan einreist, muss Fingerabdrücke abgeben. Wer einmal rausgeflogen, oder aus anderen Gründen nicht erwünscht ist, hat also bei der Einreise schlechte Karten.
Im vergangenen Jahr sei ihr dann die Wiedereinreise gelungen, nachdem sie die Haut auf ihren Daumen und Zeigefingern vertauschen ließ.
(futurezone)
Nur die Narben waren wohl noch etwas auffällig.
Google Goggles
Mit der Bildersuche und dem Material von Street View sitzt Google auf einem riesigen Haufen von Bildern, verknüpft mit semantischen Informationen über deren Inhalt. Der neueste Coup aus den Google-Laboren ist demnach so konsequent wie großartig: Mit der Handykamera fotografierte Objekte werden automatisch identifiziert. Produkte, Gebäude, Visitenkarten – das Bild wird zum Ausgangspunkt für die Internetsuche.
Take a picture of an item, and use that picture as the query. Say you have a bottle of wine to see if it’s any good. Take a picture.
(Techcrunch / via f!xmbr)
Das Potsdamer Audimax am Neuen Palais ist seit dem 4.11.2009 besetzt. Obwohl die Besetzerinnen Vorlesungen und Vorträge explizit nicht blockieren wollen, hat die Universitätsleitung als „Ersatz-Audimax“ ein Zelt aufbauen lassen. Und legt offenbar auch Wert darauf, dass dieses genutzt wird.
Location: 52.40068, 13.00883
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Ein bissiger Überblick über pessimistische Reaktionen auf neue Technologien, von der Straßenlaterne bis zu Twitter.
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Die ewige Schwarzgelbmalerei, Deutschland sei auf dem besten Weg, sich in eine Bananenrepublik zu verwandeln, muss man nicht jedes Mal teilen. Aber wenn ein Land sein Militär nicht so recht im Griff hat, die Medien dafür aber um so besser, dann darf man schonmal Bauchschmerzen haben.
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Es war so zu erwarten: Die USA geben Antipersonenminen nicht auf.
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Die schwarz-gelbe Regierung wird sich wohl nicht gegen den Zugriff der USA auf europäische Bankdaten stellen.
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Die ZEIT fasst die rechtstaatlichen Merkwürdigkeiten zusammen
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Es geht weiter: Nicht nur tausende Kundenrechnungen liegen frei zugänglich auf dem libri.de-Server, auch die Administrationsoberfläche der Shopbetreiber ist schlecht gesichert. Ein dilettantisches Standardpasswort ließ sich massenhaft erraten.
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Beim Büchershop Libri.de waren tausende Kundenrechnungen als PDF frei zugänglich. Trotz TÜV-Siegel bestand eine Sicherheitslücke, die einen Informatik-Erstsemestler erblassen lassen würde.
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Die HSH-Nordbank steckt mitten in einer richtig saftigen Krise. Fast täglich gibt es neue Meldungen. Es gab mehrfach millionenschwere Pannen, anscheinend wurden trickreich Risiken versteckt. Mit milliardenschweren Bürgschaften aus Steuergeldern musste das Institut gestützt werden. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Untreue gegen diverse Vorstandsmitglieder.
Nun stellten sich die Spitzen von Vorstand und Aufsichtsrat endlich in einer Pressekonferenz. Und haben allen Ernstes erwartet, dass man mit ihnen fröhlich und optimistisch in die Zukunft blickt.
Eine unkommentierte Zusammenfassung der Pressekonferenz (ZDF Mediathek)
Die Haltung dieser Leute sagt mehr über den Zustand der Bank als alle Zahlen und Analysen.





